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Review: Mallorca
von Steven Varco

Algemeines

Über Mallorca, bzw. die Playa de Palma muss man wohl nicht viel sagen… Die Worte Ballermann, Bierkönig viele Deutsche Touristen kennt jeder. Man kann “Malle” entweder Lieben oder Hassen.

Fest steht: Wer etwas gegen übermässige Sauferei, gegen Deutsche Urlauber, gegen primitives Benehmen oder gegen Deutsche Schlager Musik hat ist definitiv am falschen Ort an der Playa de Palma. “-Doch was hat man von solchen Ferien?” werden sich viele nun fragen… -Kurz gesagt, es ist das entspannende Gefühl sich mal selbst nicht ernst nehmen zu müssen, nicht denken zu müssen was die anderen jetzt wohl über einen Denken (Stichwort: “Die Leute schauen schon…”)
Zudem ist das gesellige zusammensein auch nicht zu verachten und last but not least ist es einfach Kult! ;-)

Auf den ersten Blick kam mir vieles ähnlich vor wie in Lloret de Mar, es gibt die Strandpromenade, die Bierflaschen, die überall zwischen den Leuten am Strand rumliegen, die schwarzen Sonnenbrillenverkäufer,…
Doch Mallorca ist anders. Neben der Tatsache, dass der Strand aus Sand und nicht aus Kies besteht wird der Strand relativ früh schon gegen 17 Uhr leer; dann versammeln sich die Leute in riesigen offenen Parks um zu Ballermann Musik zu singen, lachen und trinken. Namentlich sind dies der Mega Park (MP) und der Bierkönig (BK).

Was auch auffällt ist, das viele Namen von den deutschen einfach “eingedeutscht* wurden; so gibt es z.B. die Schinkenstrasse und die Bierstrasse, die, was man vielleicht noch erwähnen muss nicht “offiziell” so heissen. Der berühmte Balneario 6 (Ballermann 6) ist auch so ein Thema, aber dazu später mehr.

Die Playa de Palma besteht überhaupt aus ca. 99% deutschen urlauben, also mehr deutsche auf einen Haufen als in Deutschland selbst. ;-)

Der Strand

Der Strand ist in verschiedene, ca. 100m lange Abschnitte eingeteilt, jeder hat dabei eine Strandbar. Diese Strandabschnitte heissen eigentlich Balneario’s (dt. = Badeort). Es geht gibt die Legende, dass die deutschen Touristen diesen Namen nie aussprechen konnten und so wurde aus dem “Balneario” schlicht der “Ballermann”!
-Dabei geht es eigentlich vor allem um den Balneario Nr. 6, bzw. halt eben der Ballermann 6. -Obwohl die anderen Balneario’s fast leer sind, ist der “B6″ immer pumpenvoll; also d.h. heisst bis ca. 18 Uhr. Dann geht’s weiter in den Bierkönig oder in den Mega Park.

Der B6 hat unter den spanischen Sanktionen dem “Ballermann” auf Mallorca einzudämmen am meisten gelitten; die Musik aus der Strandbar ist kaum hörbar, wenn man Glück hat trifft man aber auf Strandbesucher, die mit Ghettoblastern für die richtige Lautstärke sorgen; zumindest solange, bis man von der Polizei aufgefordert wird die Musik leiser zu machen.

Die Polizei ist überhaupt sehr präsent in Mallorca; mindestens alle 10 Minuten kreuzt ein Polizeiwagen vorbei, diese scheinen dabei vor allem aber die Trickbetrüger (dazu mehr) und die Illegalen Strandverkäufer zu jagen.

Die Stadt

Ein klassisches Städtchen mit Läden wie in Lloret gibt es in Mallorca nicht. Fast alle Läden (davon 2 SPAR Märkte) finden sich an der Strandpromenade. Diese sind auch bestens auf die “Bedürfnisse” der Besucher ausgerichtet: Die Ladengestelle bestehen zu ca. 90% aus den verschiedensten Alkoholischen Getränken, der Rest ist für Chips und andere Knabereien.
Man kann dort auch so Eimer kaufen und diese mit Eis füllen um das Bier und andere Getränke zu kühlen.
-Wenn man grad schon dort ist, sollte man auch hier für 1-2 EUR gleich einen 5l Wasserkanister kaufen, den man ins Hotel stellt; das kann nach dem aufwachen manchmal “ganz nützlich” sein…

Übrigens, am Abend wird man auch von den “Flyerverteilern” heimgesucht, die einen alle einen Flyer führ ihre Discos andrehen wollen.

Trickbetrüger

Es gibt aber in “Malle” auch sehr viele Trickbetrüger, die einem das Geld aus der Tasche ziehen wollen: Nebst den aus Lloret de Mar bekannten illegalen schwarzhäutigen Verkäufern, die einem extrem billige Sonnenbrillen Imitate, Uhren und Ketten verkaufen wollen und dabei auch ziemlich “aggressiv” vorgehen gibt es dort noch die “Tellerspieler”, die 3 schwarze Teller vertauschen und man erraten muss unter welchem die weisse Fläche ist; gewinnen kann man dabei natürlich nie, das Spiel ist nicht umsonst als “Betrugsspiel” und nicht als Glücksspiel eingestuft worden!
Auch die “Nelken-Frauen” soll es dort geben, die einem Nelken für einen Cent verkaufen wollen und dann auch gleich noch den Rest des Geldes mitnehmen; diese habe ich aber nie gesehen.
Neu sind nachts auch die schwarzen Mädchen, die einem für Geld eins Blasen wollen; auch dort wurde mir schon berichtet, dass man besser nicht mehr Geld dabei haben sollte, als man vorhat auszugeben… *g*

Unterkünfte

Derzeit kenn ich nur das Hotel ALCE, aber vielleicht kommen da ja noch mehr dazu… *g*
Das ALCE ist ein kleines, altes, aber doch sauberes Hotel. Es gibt dort Grundsätzlich nur “Bed & Breakfast”, dafür ist der Preis etwas günstiger als mit Halbpension.
Das Hotel Team ist sehr nett und entspannt, ausserdem gibt es eine Bar, die 24h offen hat.
Einziger Negativpunkt war, dass am letzten Abend kein Warmwasser zur Verfügung stand und man kalt duschen musste *brr*
Von der Entfernung ist das Hotel sehr zentral; in 5-10 Minuten ist man an allen wichtigen Orten, wie dem B6, BK, MP, Riu Palace und Almrausch.

Nightlife

Kommen wir zum interessantesten Teil, nämlich zur Nacht! ;-)
-Im Bierkönig geht aussen die Musik ganz aus, wird dafür innen drin schön laut. Der Mega Park hat auch eine Indoor-Zone, die nennt sich MegaArena und ist unter dem Mega Park; leider ist diese immer ziemlich leer.

Ab 40 kann man ins Oberbayern (OB) gehen, dort laufen meist ältere Schlager. Die Getränke sind ungleichmässig teurer als sonst, ein kleines Bier kostet bereits 4 EUR (Dafür gibt’s z.B. im BK ein grosses +Trinkgeld!)
Wie gesagt, auch der Alterdurchschnitt im OB ist überdurchschnittlich hoch, junge Urlauber haben wohl nicht so viel Geld. *g*
Wer genug von der Ballermann Musik hat, geht ins Riu Palace; für 20 EUR Eintritt (Frauen: 16 EUR) sind alle Getränke frei. Der Alkohol sind aber sehr billige Imitate, also genauso wie in Lloret. Von 1:30 bis ca. 2 Uhr tritt dann dort doch noch ein “Mallorca-Star” wie Olaf Henning oder Mickie Krause auf und sorgt Mächtig für Stimmung.

Wer etwas Apres Ski ähnliches will, dem sei das Almrausch zu empfehlen! Mit echtem Österreichischem DJ, der schon mal auch die “Onkelz” spielt geht dort die Post bis frühmorgens ab. Der wie eine Skihütte gestaltete Club ist leider oft sehr leer.

Die Getränkepreise sind dabei etwa wie folgt:
0.5l Bier: 3.50 EUR
1L Bier: 7.00 EUR
1L Sangria 9.00 EUR
1L Longrink 12.00 EUR

Ausnahmen sind das Oberbayern, dass viel Teurer ist und das Riu Palace, bei dem alle Drinks frei sind.

Fazit

Mallorca ist sicher auf seine Art spezialisiert und immer mal wieder einen Besuch Wert. -Anders als an anderen Urlaubsorten reichen hier schon wenige Tage am stück, so dass man auch prima mal ein verlängertes Weekend dort machen kann. -Eine Woche am stück ist für das Leben dort schon sehr lange.

Was man abschliessend einfach noch sagen muss, ist die Friedlichkeit, die dort, trotz exzessivem Alkoholkonsums herrscht. Ich konnte während der ganzen Zeit auf Mallorca keine einzige Unruhe oder gar Schlägerei sehen; ein Szenario, dass man an Trinkfesten, vor allem in der Schweiz leider sehr selten sieht.

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(c) 2012 by Steven Varco