Mallorca

Allgemeines

Über Mallorca, bzw. die Playa de Palma muss man wohl nicht viel sagen… Die Worte Ballermann, Bierkönig viele Deutsche Touristen kennt jeder. Man kann „Malle“ entweder Lieben oder Hassen.

Fest steht: Wer etwas gegen übermässige Sauferei, gegen Deutsche Urlauber, gegen primitives Benehmen oder gegen Deutsche Schlager Musik hat ist definitiv am falschen Ort an der Playa de Palma. „Doch was hat man von solchen Ferien?“ werden sich viele nun fragen… – Kurz gesagt, es ist das entspannende Gefühl sich mal selbst nicht ernst nehmen zu müssen, nicht denken zu müssen was die anderen jetzt wohl über einen Denken (Stichwort: „Die Leute schauen schon…“)
Zudem ist das gesellige zusammen sein auch nicht zu verachten und last but not least ist es einfach Kult! 😉

Auf den ersten Blick kam mir vieles ähnlich vor wie in Lloret de Mar, es gibt die Strandpromenade, die Bierflaschen, die überall zwischen den Leuten am Strand rumliegen, die schwarzen Sonnenbrillenverkäufer,…
Doch Mallorca ist anders. Neben der Tatsache, dass der Strand aus Sand und nicht aus Kies besteht wird der Strand relativ früh schon gegen 17 Uhr leer; dann versammeln sich die Leute in riesigen offenen Parks um zu Ballermann Musik zu singen, lachen und trinken. Namentlich sind dies der Mega Park (MP) und der Bierkönig (BK).

Was auch auffällt ist, das viele Namen von den deutschen einfach „eingedeutscht* wurden; so gibt es z.B. die Schinkenstrasse und die Bierstrasse, die, was man vielleicht noch erwähnen muss nicht „offiziell“ so heissen. Der berühmte Balneario 6 (Ballermann 6) ist auch so ein Thema, aber dazu später mehr.

Und in der Playa de Palma sind nicht (mehr) nur ausschliesslich Deutsche zu sehen: Auch zunehmend mehr Schweizer und Österreicher, die aus Lloret „heraus gewachsen“ (d.h. über 21 Jahre alt sind 😀 ) kommen hierhin.

Der Strand

Der Strand ist in verschiedene, ca. 100m lange Abschnitte eingeteilt, jeder hat dabei eine Strandbar. Diese Strand-abschnitte heissen eigentlich Balneario’s (dt. = Badeort). Es geht gibt die Legende, dass die deutschen Touristen diesen Namen nie aussprechen konnten und so wurde aus dem „Balneario“ schlicht der „Ballermann“!
-Dabei geht es eigentlich vor allem um den Balneario Nr. 6, bzw. halt eben der Ballermann 6. -Obwohl die anderen Balneario’s fast leer sind, ist der „B6“ immer pumpenvoll; also d.h. heisst bis ca. 18 Uhr. Dann geht’s weiter in den Bierkönig oder in den Mega Park.

Der Mega Park blüht am 18 Uhr so richtig auf und zwischen 19:30 und 20:30 gibt es jeden Tag eine Stunde lang Freibier. – Und dabei ist wirklich kein Haken dran: Man bekommt ein riochtiges Glas (3DL) Bier auf den Tisch und sobald man dieses fertig hat gibts ein neues, usw. 😉

Der B6 hat unter den spanischen Sanktionen dem „Ballermann“ auf Mallorca einzudämmen am meisten gelitten; die Musik aus der Strandbar ist kaum hörbar, wenn man Glück hat trifft man aber auf Strandbesucher, die mit Ghettoblastern für die richtige Lautstärke sorgen; zumindest solange, bis man von der Polizei aufgefordert wird die Musik leiser zu machen.

Die Polizei ist überhaupt sehr präsent in Mallorca; mindestens alle 10 Minuten kreuzt ein Polizeiwagen vorbei, diese scheinen dabei vor allem aber die Trickbetrüger (dazu mehr) und die Illegalen Strandverkäufer zu jagen.

Update 2014: Seit diesem Jahr hat die Regierung auf Mallorca erneut die Sanktionen verschärft: Das „Eimer-Trinken“ am Strand ist nun unter einer Höchststrafe von 1803.- EUR (!) verboten. Das verbot wird von den Touristen auch mehrheitlich eingehalten.

Die Stadt

Ein klassisches Städtchen mit Läden wie in Lloret gibt es in Mallorca nicht. Fast alle Läden (davon 2 SPAR Märkte) finden sich an der Strandpromenade. Diese sind auch bestens auf die „Bedürfnisse“ der Besucher ausgerichtet: Die Ladengestelle bestehen zu ca. 90% aus den verschiedensten Alkoholischen Getränken, der Rest ist für Chips und andere Knabereien.
Man kann dort auch so Eimer kaufen und diese mit Eis füllen um das Bier und andere Getränke zu kühlen – Praktischerweise gibt es vom Supermarkt auch gleich solche „Kombi-Angebote (Spirituose, Softdrink, Strohalme, Eimer) ab ca. 8 EUR. Und für einen Mallorca-Urlaub gehört dieses sog. „Eimern“ schon fast zum Pflichtprogramm. 😉
Wenn man grad schon dort ist, sollte man auch hier für 1-2 EUR gleich einen 5l Wasserkanister kaufen, den man ins Hotel stellt; das kann nach dem aufwachen manchmal „ganz nützlich“ sein…

Übrigens, am Abend wird man auch von den „Flyerverteilern“ heimgesucht, die einen alle einen Flyer für ihre Discos andrehen wollen.

Trickbetrüger

Es gibt aber in „Malle“ auch sehr viele Trickbetrüger, die einem das Geld aus der Tasche ziehen wollen: Nebst den aus Lloret de Mar bekannten illegalen schwarzhäutigen Verkäufern, die einem extrem billige Sonnenbrillen Imitate, Uhren und Ketten verkaufen wollen und dabei auch ziemlich „aggressiv“ vorgehen und nachts auch die schwarzen Mädchen, die einem für Geld eins Blasen wollen; auch dort wurde mir schon berichtet, dass man besser nicht mehr Geld dabei haben sollte, als man vorhat auszugeben…

Unterkünfte

Bisher war ich in zwei Hotels: ALCE und RIU San Frnacisco, so wie in einem Haus „Ses Voltes“.
Das ALCE ist ein kleines, altes, aber doch sauberes Hotel. Es gibt dort Grundsätzlich nur „Bed & Breakfast“, dafür ist der Preis etwas günstiger als mit Halbpension.
Das Hotel Team ist sehr nett und entspannt, ausserdem gibt es eine Bar, die 24h offen hat.
Einziger Negativpunkt war, dass am letzten Abend kein Warmwasser zur Verfügung stand und man kalt duschen musste *brr*
Von der Entfernung ist das Hotel sehr zentral; in 5-10 Minuten ist man an allen wichtigen Orten, wie dem B6, BK, MP und Riu Palace.

Das RIU Palace ist ein gutes 4-Sterne Hotel. Die Zimmer sind, wenn auch etwas eng sehr gemütlich und der Balkon lädt zum Verweilen ein. Zumindest, wenn es einen nicht stört, dass man die Musik vom Bierkönig deutlich wahrnimmt und diese selbst die eigenen Boxen übertönt. Eigene Musik hören ist auf  dem Balkon also nicht so im RIU Palace.
Die Türen funktionieren zwar noch mit einem altmodischen Schlüssel (also ohne Karte), wir bekamen aber auf Anfrage einen zweiten ausgehändigt.

Das Personal war stets sehr freundlich und fragte uns so alle zwei Tage, ob wir uns im Hotel wohl fühlen würden oder noch wünsche offen hätten. Dies nutzten wir auch einmal als die Dusche einen Defekt hatte (der Wasserhahn der Badewanne lief immer mit der Duschbraue mit, was deren Wasserdruck senkte). Und als wir dies bei der regelmässigen „Zufriedenheit-Frage-Runde“ mitteilten, wurde auch prompt schon am Tag darauf ein Sanitär vorbei geschickt, welcher das Problem in einer halben Stunde löste. Hier war ich echt erstaunt, denn ein solches Mass an Kompetenz und Arbeitstüchtigkeit kenne ich eigentlich nicht von Spanien…

Das Essen war vorzüglich! Es gab jeweils ein Buffet und alle zwei Tage zusätzlich noch zwei „a la Carte Menus“, von denen man auswählen konnte! Das führt zwar dazu, dass man sich zuweilen „über frisst“, denn wenn es schon a la Carte Menus gibt braucht es kein Buffet mehr, aber dies hat schliesslich jeder Besucher selbst in der Hand; gezwungen wird niemand vom Buffet UND der Karte zu Essen. 😉

Insgesamt ist das RIU San Francisco sehr empfehlenswert.

Update 2014: Im April 2014 wurde das Hotel komplett „renoviert“, d.h. es sieht fast so aus, als wäre es komplett abgerissen- und neu gebaut worden! 🙂

Das ohnehin schon gute Hotel konnte sich nun nochmals in der Qualität steigern, alles ist topmodern und neu eingerichtet. Und sogar das Essen, welches letztes Jahr schon köstlich war wurde nochmals eine ganze Stufe feiner! Dafür gibt es -begrüssenswerterweise- keine „a la Carte Menus“ mehr, was ohnehin etwas „oversized“ war.

Die (einzel-) Betten sind nun ganze 120cm breit, 30cm mehr als der Standard!

Neu verfolgt das Hotel ein „Adults Only“-Konzept, d.h. Partyurlauber dürfen sich auf einen Urlaub ohne herum schreiende Kinder und Familien freuen.

Damit dürfte das Riu San Francisco nun das beste Hotel an der Playa de Palma sein!

Da wir 2014 8 Leute waren, entschlossen wir dieses Jahr für eine Woche eine ganze Villa zu mieten und wurden mit dem Chalet „Ses Voltes“ via airbnb fündig!

Es war mein „erstes Mal“ mit airbnb und ich war hellauf begeistert! Alles lief sehr Reibungslos!

Das Haus selbst war ebenfalls wunderschön und sehr sauber. Die Vermieterin „Luisa“ begegnete uns überaus freundlich und hilfsbereit.  Bereits vor der Reise Antwortete Sie auf Mails fast ausschliesslich immer in weniger als einer Stunde, das ist top! Auch die Übergabe lief perfekt ab und während dem Aufenhalt war die Gastgeberin jederzeit per SMS erreichbar.

Bei der Ankunft empfahl sie uns zudem mit dem asadito ein sehr leckeres Restaurant!

Das Haus hat zwei Einzel- und drei Doppelzimmer wobei man alle Betten frei zu Einzel- oder Doppelbetten kombinieren kann.

Es gibt zwar eine Klimaanlage, jedoch nur im Haus und nicht in den einzelnen Zimmern, was jedoch nicht so schlimm ist.

Einziger Nachteil war, dass das Wifi ziemlich langsam war, aber dafür kommt man ja auch nicht nach Malle. 😉

Nightlife

Kommen wir zum interessantesten Teil, nämlich zur Nacht! 😉
Im Bierkönig geht aussen die Musik ganz aus, wird dafür innen drin schön laut. Der Mega Park hat auch eine Indoor-Zone, die nennt sich MegaArena und ist unter dem Mega Park. Die MegaArena gehört auch zusammen mit dem Riu Palace zu den angesagtesten Clubs und sind immer sehr gut besucht. Hier läuft auch nicht viel Ballermann, sondern eher so allgemeine Sommerhits. Eintritt: 20.- EUR. Und zum Schluss gibts hier noch einen Gutschein für eine Bratwurst, welche man am Tag darauf am Strand einlösen – und so gleich zu Mittag essen kann.

Im RIU Palace bezahlt man wie in der MegaArena 20.- EUR Eintritt.  Die Besonderheit beim RIU Palace ist, dass diese jeden Abend um 03 Uhr einen Top Act haben – Einige, wie beispielsweise „Die Atzen“ treten den ganzen Sommer über jede Woche einmal dort auf!
2013 waren unter anderem noch Mike Candys, DJ Antoine und Mickie Krause am start.
Ausserdem hat man mit dem Eintritt im RIU Palace kostenlosen Eintritt im Paradies, allerdings erst ab 3 Uhr.

Das gemütliche „Almrausch“ gibt es leider nicht mehr.

Dafür gibt es nun den „umstrittenen“ Club „Paradies“, welcher mit seinen berüchtigten „Live-Sex-Shows“ es immer wieder in die Medien schaffte. Diese finden um 3:30 statt und drei Männer aus dem Publikum haben die Möglichkeit mit einer vom Club bezahlten Prostituierten Sex auf der Bühne zu haben, wobei nur jeweils der letzte es „schafft“, was wohl vom Club auch so imitiert wird. Die Show ist nicht unbedingt „geil“, dafür aber sehr „lustig“! 😉
Bis 3 Uhr sind dort zum Eintritt von 20.- EUR alle Getränke frei.

Ab 40 kann man ins Oberbayern (OB) gehen, dort laufen meist ältere Schlager. Die Getränke sind ungleichmässig teurer als sonst, ein kleines Bier kostet bereits 6 EUR (Dafür gibt’s z.B. im BK ein grosses +Trinkgeld!)
Wie gesagt, auch der Altersdurchschnitt im OB ist überdurchschnittlich hoch, junge Urlauber haben wohl nicht so viel Geld. *g*

Der Bierkönig wird so richtig Lustig, wenn um 5 Uhr die andere Clubs langsam zugehen. Nach Hause um 5? Ne, das ist nicht. Im Bierkönig feiern alle Party-Junkies noch bis 7 Uhr morgens weiter! 🙂

Die Getränkepreise sind dabei etwa wie folgt:
0.5l Bier: 4.50 EUR
1L Bier: 8.00 EUR
1L Sangria 9.00 EUR
1L Longrink 12.00 EUR

Ausnahmen sind das Oberbayern.

Die aktuellen Hits 2013 waren: Peter Wackel – Scheiss drauf  (Mallorca ist nur einmal im Jahr), Mickie Krause – Nur noch Schuhe an, Mickie Krause – Schatzi schenk mir ein Foto, Martin Garrix – Animals, Khaled – C’est la Vie, DJ Fresh feat. Rita Ora – Hot Right Now, Hallux & Nuno Fernandez feat. Marcus – Bem Gostosinho, Brisby & Jingles Featuring DJ D.M.H. – Donnersong, Avicii – Wake me up, Arash – She makes me go, Tristan Garner – Overdrive, R.I.O feat. U-Jean – Summer Jam, Carlprit – Fiesta

Fazit

Mallorca ist sicher auf seine Art spezialisiert und immer mal wieder einen Besuch Wert.

Was man abschliessend einfach noch sagen muss, ist die Friedlichkeit, die dort, trotz exzessivem Alkoholkonsums herrscht. Ich konnte während der ganzen Zeit auf Mallorca keine einzige Unruhe oder gar Schlägerei sehen; ein Szenario, dass man an Trinkfesten, vor allem in der Schweiz leider sehr selten sieht.

 

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