Black Friday

Seit ein paar Jahren ist der „Black Friday“ Hype aus den USA auch bei uns in Europa angekommen. Nur verstehen die Händler hierzulande das Konzept nicht richtig. Ein Selbstversuch, ob man trotzdem auch hierzulande einiges sparen kann, wenn man seine Einkäufe bewusst auf den Black Friday legt.

Es ist September, der Black Friday naht wieder einmal und ich habe zufällig eine Liste an einigen Dingen die ich brauche will und somit beschliesse ich einen Selbstversuch zu machen, indem ich mir bis im November eine Liste anlege und dann am Tag X auf „Shopping Spree“ gehe. 😉

Doch zuerst einmal die Erklärung, warum ich der Ansicht bin, dass die Händler hierzulande das Konzept hinter dem „Black Friday“ falsch verstehen.

In den USA hat der Einkauf in Einkaufszentrum noch eine wesentlich höhere Bedeutung als bei uns und der online Einkauf entsprechend eine kleinere. Dort gibt es auch viel grössere Einkaufszentren, quasi um ein vielfaches grösser. Nun fokusiert sich in den USA der Black Friday hauptsächlich auf das (physische) Einkaufsgeschäft. Und dort gibt es dann auch tatsächlich massig Rabatte. So sind zwischen 50- und 70%(!) Rabatt keine Seltenheit. ABER: Eben nur auf eine beschränkte Anzahl an Artikeln. So gibt es beispielsweise in einem Laden 10 Fernseher zum halben Preis (z.B. $2000 statt $4000) und hunderte von Leuten wollen sich dieses absolut unschlagbare Angebot schnappen. Die ersten 10 Personen (die meist schon mitten in der Nacht bei eisiger Kälte vor dem Laden ansehen) ergattern sich dann das super Schnäppchen. Und die anderen? Die Kaufen sich dann halt einen anderen Fernseher mit „nur“ 20% Rabatt, weil sie ja auch schon Stundenlang angestanden sind. Und eine neue Jacke. Und, ja dort gibt es ja noch reduzierte Bügeleisen… Somit kauft der Kunde am Schluss viel mehr als er eigentlich kaufen wollte und querfinanziert somit die wirklich herabsetzten Angebote.

Als der Hype dann zu uns kam fingen vor allem die Online Händler an kräftig zu werben. Und weil ihnen ein Tag nicht reichte „verlängerten“ sie den „Black Friday“ gleich um eine Woche, oder gar einen Monat. Doch so funktioniert das leider nicht. Denn über eine so grosse Zeitspanne liegen alleine aufgrund der Marge keine „echten“ Rabatte drin. Hinzu kommt bei den Online Shops noch, dass der Kunde hier überhaupt keine Mühe aufwenden musste um „rein zu kommen“ und, sollte er nicht genau das finden, was er gesucht hatte, auch genauso schnell wieder draussen ist. Dann sind natürlich Rabatte von 50% und mehr nicht möglich. 15% und weniger ist daher meist die Regel. „Richtig“ sparen tut man so natürlich nicht.
Ach ja und so „Super Aktionen“ von 70- oder gar 90% gibts schon vereinzelt auch. Nur sind das dann nicht (wie in den USA) die Top-Produkte, sondern eher die Ladenhüter, die auch vorher keiner kaufen wollte… 🧐

„Nun ja, auf 1000.- Franken sind 10 Prozenz ja auch schon mal n Huni“ dachte ich mir und probierte mal aus, was ich sparen kann, wenn ich mir all die Produkte, die ich will bis zum Black Friday aufspare und dann zuschlage.

Was wollte ich also?

(Preise in EUR vor blackfriday)

Ein stattliche Liste also. 😄

Dann am besagten blackfriday fand ich die folgenden Artikel tatsächlich günstiger:

  • Bei bettybossi war 20% auf alles (Einkauf: 33.- / Ersparnis: 8.-)
  • Den Raclette-Grill bekam ich für 138.- (Ersparnis: 47.-)
  • Die Smart-Waage gabs für 88.- (Ersparnis: 52.-)
  • Für den Le Creuset Bräter musste ich noch 183.- bezahlen (Ersparnis: 24.-)

Total habe ich also immerhin 131.- gespart. 😁

Bei apple, wo ich mit grossem Abstand am meisten Geld ausgegeben hatte gab es übrigens gar keinen Rabatt, zumindest nicht bei den neusten Geräten (und wer will noch die Vorgänger Modelle?! 🤔😄)
Aus diesem Grunde habe ich die apple Produkte auch nicht mitgezählt.

Fazit: Natürlich spart man hierzulande am blackfriday nicht annährend so viel wie in den USA, doch wenn man geschickt einkauft (und vor allem nur die Dinge, die man auch zuvor schon wollte! 😉) kann man doch immerhin einen kleinen dreistelligen Betrag sparen. Genug für ein feines Essen im Restaurant, oder eine gute Flasche Wein – Und dafür muss man dann auch nicht Stundenlang in der kalten Winternacht vor dem Laden anstehen. 😊

1 comment on Black Friday

  1. Man kann wirklich ein bisschen sparen, wenn man genau das kauft, was man ohnehin wollte. Mein Kochtopf ist übrigens tatsächlich nicht von Le Creuset, sondern vom Migros… aber trotzdem gut!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.