Christmas Turkey

Schon als kleiner Junge hatte ich immer den Wunsch ein Weihnachtsessen zu feiern wie es in den USA gemacht wird: Mit einem gestopften Truthahn und allem was dazugehört! – Ob ich diesen Wunsch hege, weil ich dies von klein auf von amerikanischen Serien wie den „Simpsons“ immer wieder „aufgetischt“ bekommen habe? 😀

Leider jedoch konnte meine Familie meine Freude an der Zubereitung von Truthähnen (zumindest nicht in unverarbeiteten Zustand 😉 ) nicht teilen und so war von mir alle Jahre wieder der Spruch zu hören:

Wenn ich mal gross bin und eine eigene Wohnung habe, dann koche ich JEDES JAHR nur Truthahn zu Weihnachten!

Nun, „gross“ bin ich jetzt schon länger und seit etwas mehr als einem Jahr habe ich auch eine eigene Wohnung… – Höchste Zeit also meine „Ankündigungen“ wahr zu machen! 🙂

Für jemanden wie mich, der normalerweise fast ausschliesslich nur mit der Mikrowelle „kocht“, ist dies doch schon eine kleine Herausforderung… 😉

Ich fing also an zu recherchieren, wie denn so ein amerikanisches „x-mas dinner“ aussieht, denn wenn schon, sollte schon alles authentisch sein, sprich von der Vorspeise über die Beilagen bis natürlich zum Hauptgericht. dem gestopften Truthahn. 😉

Doch dazu muss man erst mal die Grenzen des Europäischen Internets verlassen und sich virtuell nach Amerika begeben. Denn, während unsere Nachbarn das Truthahn essen in dieser Form überhaupt nicht richtig kennen (in Deutschland wird z.B. meist Gans oder Ente serviert) bereiten die Engländer -die diese Tradition ebenfalls haben-, diesen ganz anderes vor.

Eine kleine Ausnahme ist übrigens die Seite: usa-kulinarisch.de die mich mit vielen wertvollen Tipps versorgt hatte.

Dies war zugleich auch eine Lehrreiche recherche für ich, denn ich habe nicht nur einiges was das Kochen betrifft gelernt, sondern z.B. auch den Unterschied zwischen „Thanksgiving“ (Erntedankfest) und Christmas (Weihnachten): Während diese beiden Feste aus komplett anderem Anlass gefeiert werden, liegen diese nur einen Monat auseinander und üblicherweise wird auch das genau selbe gekocht. So kommt es, dass man als Europäer beim TV gucken teilweise verwirrt ist warum an Weihnachten häufig auch von „Thanksgiving“ die Rede ist. 🙂

Weiter habe ich neben neuen Rezepten auch völlig neue Zutaten kennen gelernt, z.B. wusste ich bis vor kurzem nicht, dass es so was wie „Süsskartoffeln“, die wie Karotten aussehen gibt. 😀

Doch wie sieht nun das typische US-Weihnachtsessen aus?

Grundsätzlich braucht man einen ganzen Truthahn und eine Füllung „stuffing“. Diese besteht aus Gehärtetem Brot (also einfach Weissbrot, dass schon 1-2 Tage alt ist), Fleisch (meist: Schinken- und/oder Speckwürfel) so wie saisonalem Gemüse und Gewürzen nach eigenem Geschmack. Typische Zutaten sind z.B. Sellerie, Pilze, Zwiebel, Apfel, Oliven, Mais und Baumnüsse. Dann brät man das Fleisch und Gemüse kurz an und mischt es zusammen mit dem Brot und einer Hühner Bouillon zusammen.

Mit dieser feuchten Masse wird dann der Truthahn letztendlich gefüllt und für ca. 3 Stunden im Ofen gebacken.

Eine weitere Besonderheit sind die Beilagen: Denn diese Essen die Amerikaner an Festtagen in der Regel süss, also durchaus auch mit Zucker (oder für „Hardcore Ami-Fans“: Marshmallows) überbacken oder Ahornsirup zubereitet.

Eine typische Beilage (die es auch bei mir gab) sind somit: Süsskartoffel-Auflauf und gedünstete Karotten in Ahornsirup.

Zur Vorspeise nimmt man dann einfach die restlichen saisonalen Zutaten (Sellerie, Zwiebel, Speckwürfel, Mais) und mischt diese mit Mich, Kartoffeln und Zucker zu einer leckeren „Corn Chowder“ (Maissuppe) zusammen.

Mit diesen Informationen „bewaffnet“ lud ich dann meine Familie am 26.12.2011 zum Essen bei mir zuhause ein und sorgte doch für ziemlich überwältigte Gesichter! – Die Mühe hatte sich gelohnt und es wird sicher nicht der letzte Truthahn sein, den ich gemacht habe. 😉

Im übrigen haben mir auch die Beilagen so geschmeckt, dass ich diese durchaus auch an anderen Partys zubereiten werden. 😉

Wer sich für das Rezept interessiert: Dieses habe ich hier veröffentlicht!

2 comments on Christmas Turkey

  1. Ja dieses Xmas-Essen war wirklich überwältigend, hatte ich nämlich damit gerechnet dass Du uns eine Spätzl-Pfanne auftischst. 🙂 Wäre nie auf die Idee gekommen, dass Du tatsächlich einen Turkey stopfst. (was mir übrigens umso mehr gefällt, mein Chef hat auch den Übernamen Turkey) Und noch mehr überwältigend war, wieviel Zeit und Aufwand Du da rein gesteckt hast, sogar Stefan war total überrascht und auch beeindruckt. Also geschmeckt hats auf jeden Fall sehr gut.

    so, muss leider weiterarbeiten. bis bald mal
    xox

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