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April 29th, 2012 - Die Reis-Ei-Spinat Diät

Zuletzt geändert am Februar 26th, 2017, 21:44:12

Eine Satt machende- und schmeckende Mahlzeit praktisch ohne Kalorien und Fett.

Als ich vor ca. 2 Jahren fand, dass ich die 15 Kilo, die ich zuvor zugelegt hatte wieder abnehmen müsste, habe ich mir einfach schnell einen Diätplan zurecht gelegt und die Strategie hatte sehr gut gewirkt: Innerhalb von nur 3 Monaten war ich diese 15 Kilo wieder los.

Nun kam die Zeit, als ich in den Sommerferien letztes Jahr „nicht so“ auf die Ernährung achtete und ich mich während 3 Wochen nur vom All-You-Can-Eat Hotelbuffet und Burgern ernährt hatte. Dies hatte natürlich dann Auswirkungen: mit satten 5 Kilo mehr (im Körper, nicht im Gepäck *g*), kam ich zurück.

Da ich diese bis jetzt nur zur Hälfte los geworden bin, wird es also wieder Zeit für meine „Diät-Strategie“, die ich hier mit euch teilen möchte – Denn entgegen anders lautender Aussagen kann abnehmen wirklich leicht sein!

Doch beleuchten wir zuerst einmal die Probleme die mit Diäten im allgemeinen entstehen:

Probleme bei Diäten

Weniger Essen

Diese, gemeinhin auch als FdH (Friss die Hälfte) Diät bezeichnet, erweist sich in der Praxis als eher Wirkungslos. Doch warum ist das so? Der Organismus des Körpers ist in seinen Grundfunktionen ein sehr primitives, doch auch effizientes Organ. Er verteilt das was „rein kommt“, Haushaltet mit den Nahrungsstoffen und legt einen Vorrat an für „schlechte Zeiten“, damit der Körper beispielsweise auch bei einer Hungersnot möglichst lange am Leben gehalten werden könnte.

Kommt nun auf einmal wesentlich weniger in den Körper als er es gewohnt ist, registriert dieser eine „Hungersnot“, schliesslich kann der Körper ja nicht wissen, ob man gerade bewusst weniger isst, oder ob es „draussen“ einfach fast nichts mehr gibt. In der Folge werden Kalorien nur noch auf „Sparflamme“ verbrannt und jedes Gramm überschüssiges Fett wird gleich ins Depot abgelegt. Dies führt dann zum bekannten Effekt, dass man anfangs gut abnimmt und dann praktisch nicht mehr, was sehr demotivierend ist.

Dieser Prozess ist sehr einleuchtend in der Geschichte: Du und dein Körper beschrieben.

Das „satt sein oder gut schmecken“ Problem

Ein anderer Ansatz ist der, dass man in der Menge noch gleich bleibt, jedoch auf Nahrungsmittel umstellt, die weniger Kalorien und Fett haben, wie z.B. Früchte, Gemüse oder Kartoffeln. Das Problem daran ist, ohne Zusätze wie Sossen oder Beilagen schmecken die nicht. Und mit nützt die Diät nichts. Nehmen wir als Beispiel Kartoffeln: Isst man Kartoffeln ohne Zusatz (z.B. Sosse), könnte man bei einer Zufuhr von 500 kcal etwa 700 Gramm Kartoffeln verzehren. Dies stillt zwar den Hunger, schmeckt jedoch nicht besonders gut. Isst man die Kartoffeln nun aber mit Sosse, können bei gleicher Kalorienaufnahme nur noch 100 bis 200 Gramm Kartoffeln gegessen werden. Das essen schmeckt, macht aber nun nicht mehr satt.

Vorsicht vor gesättigten Fettsäuren

Bei einer Diät schaut man häufig nur auf den Fettanteil und überliesst dabei meist den Satz: „[…] davon XY Gramm gesättigt“ im „Klein gedruckten“, was ein fataler Fehler ist. Denn im Gegensatz zu den ungesättigten Fetten, die der Körper verwerten kann und auch braucht, hat dieser für die gesättigten keinerlei Verwendung. Das heisst die gesättigten Fette werden sofort im Fettdepot abgelegt und sind von dort auch nur sehr schwierig wieder weg zu kriegen, da der Körper diese ja gar nicht verwenden kann. – Häufig sind diese „gesättigten Fette“ der Grund warum man kurz vor erreichen seines Wunschgewichtes nur noch sehr langsam abnimmt.

Die schlechte Kombination: Kohlenhydrate und Fett

Fett wird gemeinhin als „Dickmacher“ bezeichnet, dies ist so jedoch nicht richtig. Denn wie wir vorhin gelernt haben, gibt es „gute“ und „schlechte“ Fette. Die guten würden alleine nicht Dick machen, das Problem ist jedoch dass diese in der Regel in Verbindung mit Kohlenhydraten konsumiert werden und genau diese Kombination mach Dick!
Eine Hauptmahlzeit besteht beispielsweise aus Bratkartoffeln (Kohlenhydrate) und einem Schnitzel (Fett). Genau diese Kombination von Nahrungsmitteln (Kohlenhydrate und Fett) ist für die Fetteinlagerung im Körper verantwortlich. Zum Fettabbau kommt es durch solch eine Ernährung keinesfalls. – Hingegen würde man bei einer Ernährung von Salat mit Oliven-Öl (fett) durchaus abnehmen; das gleiche wäre der Fall bei einem Teller Kartoffeln ohne Sosse, Butter usw.

Doch da eine Ernährung ohne Kohlenhydrate nicht satt macht, sollte man sich eher entscheiden auf Fett anstatt auf Kohlenhydrate zu verzichten.

Der Tod: Zwischenmahlzeiten

Das absolut schlimmste, egal ob man eine Diät macht sind jedoch die Zwischenmahlzeiten. Wer zwischen den Mahlzeiten (Frühstück-/Mittag- und Abendessen) was isst, vorzugsweise Schokolade oder Chips braucht sich nicht zu wundern, wenn er auf die schnelle von der Gazelle zum Nilpferd wird. 😉

Auch Sandwichs, so harmlos diese auch aussehen mögen bringen meist fast so viel Fett und Kalorien her, wie z.B. einen Teller „Spagetti Carbonara“. Wer’s nicht glaubt, einfach mal im Laden die Werte von Sandwichs und der Mikrowellen Fertiggerichte vergleichen – Du wirst schockiert sein.
Ich selbst habe übrigens diese Erfahrung gemacht, als ich meine Warme Mahlzeit am Mittag jeweils durch ein Sandwich ersetzt hatte, „weil die ja nicht so viel Kalorien haben wie eine warme Mahlzeit“, bis ich dann mal die Werte verglichen hatte. 🙂

Es ist im übrigen durchaus erlaubt mal vom Kuchen zu Naschen, der ein Mitarbeiter-Kollege anlässlich seines Jahrestages ins Geschäft mitgebracht hat (auch während der Diät), aber die Nüsschen-Packunung in der eigenen Schublade sollte sofort und für alle Zeiten verschwinden! Es ist nichts weiter als eine lästige Angewohnheit und du wirst feststellen, dass es dir richtig leicht fallen wird darauf zu verzichten, wenn du dir dies erst mal abgewöhnt hast.

Viele Diäten empfehlen hier auch Regelmässig eine „Gesunde“ Zwischenmahlzeit einzunehmen, ich schliesse mich der Meinung jedoch nicht an. Erstens enthält auch ein Apfel eine beträchtliche Menge Zucker und zweitens ist es total unnötig. Jeder Mensch kann problemlos 4-5 Stunden ohne Nahrung auskommen und nach dem Abendessen baut der Körper ohnehin noch die ganze Nahrung des Tages ab, somit wäre jede Mahlzeit danach sehr kontraproduktiv.

Die Lösung

Fasst man dies alles zusammen entsteht die Lösung für eine effektive Diät: Man braucht ein Kohlenhydrat-reiches Grundnahrungsmittel (dies können z.B. Kartoffeln, Reis oder Teigwaren sein), so wie ein Fettfreier- und grösstenteils Kalorien armer  Zusatz um es schmackhaft zu machen.

Mir war es wichtig ein Essen zu haben, dass mir auch bei einseitiger Ernährung nicht verleiden würde, mir gut schmeckt und ich auch bei normalen Mengen nicht genügend Kalorien zu mir nehme (also abnehme). Der Körper sieht das so auch nicht als Hungersnot an, weil ja immer noch gleich viel kommt und verbrennt fleissig Kalorien. 😉

Weiter war mir noch wichtig, dass die Mahlzeit schnell zubereitet ist. Denn mehr als 10 Minuten möchte ich jeweils nicht in der Küche stehen (bin da sehr ungeduldig). 😉

So habe ich mich Als „Grundnahrung“ für Reis entschieden. – Es ist wesentlich schneller gekocht als Kartoffeln und hat auch weniger Kalorien als Teigwaren. – WeightWatchers vertritt hingegen die -meiner Meinung nach falsche- Ansicht, dass Reis und Teigwaren gleich bedeutend sind: So kann man sich in Ihrem Programm bei beiden für eine pauschale Punktezahl satt essen – Selbstverständlich auch dort ohne Sosse. 😉

Damit dies dann schmeckt habe ich noch ein Ei und Spinat dazu genommen. Das Ei liefert wertvolle Eiweissstoffe und hat so gut wie keine Kalorien oder Fett. Der Spinat ist sehr schnell zubereitet und liefert ebenfalls noch etwas Abwechslung; zu dem dient er zusammen mit dem Ei als „Sosse“.

Alternativ kann man anstelle von Ei- und Spinat auch ein fertiger Gemüsemix aus dem Tiefkühlregal des Supermarktes nehmen. Dieses kann man gleich mit dem Reis kochen (dann evtl. ein bisschen mehr Wasser dazu geben) und hat gleich zwei in eins gekocht! Diese Variante ziehe ich mittlerweile sogar vor. 😉

Zubereitung

Für die Zubereitung koche ich mir jeweils einen mehrtägigen Vorrat an Reis im Reisekocher, den ich schon für die letzte Diät gekauft hatte. Von dem nehme ich dann täglich eine Portion, mache diese in einer Bratpfanne (ohne Butter/Fett!) warm, mische ein Ei darunter und würze das Reis-Ei-Gemisch mit Salz, Pfeffer, Oregano und Paprika (was halt grad so da ist *g*). Daneben erwärme ich mir noch etwas Spinat (kein Rahmspinat!) in einer Pfanne.

Durchführung

Diese Mahlzeit esse ich dann jeden Abend, wo ich zuhause Esse. Geh ich mal Auswärts Essen oder bin be jemandem zu Essen eingeladen, kann ich auch gut eine „Ausnahme“ machen, denn dies schlägt sich praktisch nicht in der Gewichtszunahme nieder; schlimmstenfalls nehme ich an diesem Abend dann einfach nicht ab. 😉

Am morgen und Mittag kann ich mich sogar „normal“ ernähren: Am morgen gibts eine Schüssel Schoko-Cornflakes mit (fettarmer-)Milch und am Mittag entweder ein Döner, ein Sandwich oder eine Portion Pasta mit Sosse.

Am Wochenende gibt es dann hingegen Mittags und Abends die Reis-Mahlzeit. Zum Frühstück esse ich dann natürlich nichts, weil ich ohnehin erst zum Mittagessen aufmache. 😉

Trick: Kleine Teller verwenden

tellervergleich

Im kleinen Kreis erscheint der Punkt grösser. Dasselbe gilt für das Tortenstück auf dem kleinen Teller.
Quelle: beobachter.ch

Unser Hirn sagt uns Grundsätzlich, ob „genug Essen“ auf dem Teller ist, oder nicht. Und als „Bewertungs-Kriterium“ nimmt es das Auge als „Sensor“.Und das Auge lässt sich einfach aus tricksen, wie ich selbst schon festgestellt habe: Zuerst ass ich meine Mahlzeiten auf grossen runden Esstellern, doch es sah immer nach sehr „wenig“ aus und ich fühlte mich nicht richtig Satt.
Dann begann ich für meine Mahlzeiten einen Suppenteller zu benutzen. Das Resultat: Auch wenn es aufs Gramm genau die gleiche Menge war, sah es nach wesentlich „mehr“ aus und ich fühlte mich nach dem Essen auch deutlich satter!

Etwas später Entdeckte ich dann einen interessanten Artikel im Magazin: „Beobachteter“: Zur Sünde verführt, welcher genau dies bestätigte.

Also: Wer Abnehmen will benutzt (ausser bei Besuch vielleicht) nur noch kleine- (Suppenteller) und man schöpft automatisch weniger! 😉

Der Erfolg

Der Erfolg dieser Diät ist fantastisch: Ich habe vor etwa zwei Wochen damit angefangen und habe zum Zeitpunkt wo ich diese Zeilen schreibe bereits mein Gewicht, dass ich vor den Sommerferien 2011 hatte unterschritten! Pro Tag nehme ich so 200-bis 400 Gramm ab. Jeden Tag. Mein nächstes Ziel wird es nun sein auf 70 Kg bei einer Körpergrösse von 1.76 zu kommen. 😉

Es sei hier noch gesagt, dass der Körper, wenn er denkt, er sei nun „genügend Schlank“ automatisch auch sparsamer abbaut. Dies passiert etwa wenn man ein „Normal Gewicht“ erreicht hat und ist eine ganz natürliche Reaktion. Meine Diät eignet sich somit weder wenn man wie ein Modell „super schlank“ werden will, noch wenn man seinen Körperfettanteil auf um die 0% bringen will. – Dafür sind dann viel kompliziertere Diäten notwendig, aber diese ist ein guter Grundbaustein um danach mit anderen weiter zu fahren.

Auch ist zu bedenken, dass man nicht immer gleichmässig abnimmt. Sobald das Normalgewicht erreicht ist, ist das einzige was man tun kann um den Körper noch zur Vollendung zu Formen, gezielte Sportliche Übungen auf die jeweiligen Körperbereiche bezogen. Dies ist jedoch rein Optional, „Fett“ sieht man auch ohne Sport mit Normalgewicht niemals aus.

Die Nachbehandlung: Das Gewicht halten

Ist das Zielgewicht schlussendlich erreicht muss es natürlich auch gehalten werden. 🙂 Vor allem zu beginn ist deshalb eine regelmässige Selbstkontrolle auf der Waage wichtig.

Und die Zwischenmahlzeiten sollten, wie eingangs erwähnt, ohnehin schon längst abgeschafft worden sein.

Man kann dann zwar wieder anfangen „normal“ zu essen, soll es aber nicht gleich übertreiben. Ich habe mir beispielsweise angewöhnt, egal ob ich eine Diät mache oder nicht, die Milch grundsätzlich mit fettarmer Milch („Milch Drink“ zu ersetzen. Selbst Rahm lässt sich in vielen Fällen übrigens mit Vollmilch oder sogar ebenfalls fettarmer Milch ersetzen, z.B. bei diversen Saucen. Anstatt Coca Cola oder IceTea trinke ich seit Jahren nur noch Cola Light. Und ein Besuch beim Mc Donalds oder Burger King überlege ich mir jeweils dreimal. 😉

3 Antworten zu “Die Reis-Ei-Spinat Diät”

  1.  Claudia sagt am: 29. April 2012, 23:27

    Spannend zu lesen… Ich nehme an, dass du sonst nichts zwischen den Mahlzeiten isst und auf Schokolade verzichtest?

    Schau doch mal auf http://www.montignac.ch nach, ist sehr interessant

    Grüessli
    Claudia



  2.  Steven Varco sagt am: 02. Mai 2012, 20:36

    @Claudia: Ja richtig, die Zwischenmahlzeiten habe ich bereits vor langer Zeit abgeschafft. 😉

    Ich habe diesbezüglich meinen Artikel noch etwas erweitert, danke für den Input.



  3.  ich sagt am: 22. April 2014, 13:52

    klingt total lecker…ich liebe ei…und reis klingt auch gut…dabei noch abnehmen…ich werds nachmachen danke!!



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