„DU“ und „DEIN KÖRPER“

Ich bin kürzlich auf eine Interessante Geschichte auf cheesys Webseite gestossen gestossen, welche Unterstreicht, weshalb es nichts bringt bei einer Diät einfach „weniger“ zu essen:

 

Du hast 59 Kilogramm und die Absicht, dein Körpergewicht zu reduzieren. Oberschenkel, Gesäss, Hüften und Taille sollen schlanker werden. Ein neues enganliegendes Kleid und die Winter-Badeferien in der Karibik sind deine Motivation.

Dein Körper hat nur eines im Sinn: dein Leben zu erhalten, um fast jeden Preis. Wie deine Figur aussieht ist ihm egal, er weiss nichts von deinem neuen Kleid oder deinen Badeferien, es würde ihn auch nicht interessieren. Er sorgt sich nur um die ausreichende Versorgung aller lebensnotwendigen Systeme.

Du macht eine 1000 Kalorien-Diät (die allerneueste lllustrierten-Diät), bei der man in 14 Tagen 5 Kilo leichter, schöner und schlanker werden soll. deine Bürokollegin „diätelt“ mit dir. Du bist also nicht allein. Es kann losgehen. Du beginnts die Diät…

Dein Körper ist von den Socken! Jeden Tag hast du ihn pünktlich versorgt, er dachte an nichts Böses und nun plötzlich das. Die Nahrungszufuhr wird drastisch gesenkt. Wo er noch gestern geniesserisch wählen durfte aus dem mehr als reichlichen Angebot – plötzlich Ebbe…

Du hast nach 3 Tagen bereits 1,5 kg abgenommen. Deine Bürokollegin sogar schon 1,64 kg. Alles ist happy. Du siehst dich schon am Strand von Waikiki und fühlst bereits die bewundernden Blicke der braungebrannten, schönen einheimischen Jünglinge auf deinem neuerschlankten wohlgeformten Körper brennen.

Dein Körper hat sich über die ersten paar Tage hinübergerettet. Er hat genügend eingelagert. Er holt sich etwas aus den Fett-Depots, beginnt die Kohlenhydratlager zu plündern und knabbert ein wenig am Muskel-Eiweiss. Nur eines stört ihn: dein Grundumsatz liegt bei 1300 Kalorien, und einen Arbeitsumsatz hast du ja auch. Er überlegt sich einige Sparmassnahmen. Er senkt die Körpertemperatur – dir wird es manchmal etwas kühl – und greift vermehrt zum Muskel-Eiweiss. Denn aus Fett macht sich das Gehirn nichts, aber aus den Eiweissbausteinen kann er sich Gehirnnahrung zusammenbauen. Er geht also ans „Eingemachte“!

Du freust dich, denn die Waage zeigt nach 6 Tagen bereits 2,5 kg Gewichtsverlust. Du hast zwar Verdauungsprobleme, weil dein Darm zu wenig arbeiten muss und daher träge reagiert. Und ausserdem bist du etwas lustlos, weil deine Kollegin, nicht ganz so willensstark wie du, am Wochenende zum Schlemmen verführt wurde und so stark gesündigt hat, dass sie ihren Gewichtsverlust vollständig wieder oben hat. Aber im allgemeinen siehst du dich schon in Kürze schlank und rank…

Dein Körper hat sich total auf eine Hungersnot eingestellt. Er spart, wo er kann, reagiert auf Bewegungen äusserst unwillig und seine/deine geistige Konzentrationsfähigkeit hat nachgelassen. Er baut jetzt regelmässig und immer intensiver das Muskel-Eiweiss ab, weil ihm die Versorgung der Zentrale – sprich das Gehirn – eigentlich mehr am Herzen liegt als deine schlanken Oberschenkel.

Du hast fast keine Motivation mehr. Zwar hast du leidvoll nach 8 langen Tagen ganze 3,2 kg abgenommen, aber zu sehen ist es nur dort, wo du nichts verlieren wolltest, im Gesicht und am Busen. Aber am Po usw. schwabbelt noch fast alles in voller Grösse.

Dein Körper hat inzwischen 1 3/4 l Wasser verloren, fast 1 kg Muskelmasse und nur 1/2 kg Fett. Er kämpft um dein Überleben und du nimmst es gar nicht zur Kenntnis. Du schaust nur auf die Skala deiner Waage und in den Spiegel. Und das macht ihn nervös und du wirst es durch ihn…

Du hast jetzt endgültig das Handtuch geworfen und die Diät aufgegeben. Damit du aber die mühsam ab gehungerten Kilo nicht wieder drauf kriegst, nimmst du dir vor, etwas weniger als vor Beginn deiner Diät zu essen. Damit die Schinderei nicht ganz umsonst war…

Dein Körper merkt plötzlich, dass die Nahrungszufuhr wieder steigt und ist begeistert. Als einer, der gelernt hat, für Notfälle vorzusorgen, beginnt er jetzt noch stärker als vorher Vorräte, sprich Fettdepots anzulegen. Alles was du zu dir nimmst, wird bis ins Letzte verwertet. Er holt sich seine Reserven, wo er kann. Er hamstert…! Und wie!

Du weisst nicht, wie das zugeht. Du isst weniger als vorher und hast jetzt 3 Wochen nach deiner Diät vollere Hüften und auch der Po und die Oberschenkel … Oh, Schreck…!

Dein Körper ist mit sich und der Welt zufrieden. Er ist jetzt besser als je zuvor für Notfälle gerüstet. Er lagert rundherum ein was geht und kann der Zukunft gewappnet ins Auge sehen…

Du hingegen siehst entsetzt auf der Waage, dass du dein altes Gewicht wieder erreicht hast. Und trotzdem wirst du das Gefühl nicht los, fetter zu sein als vorher. Deine Kleider sind dir zu eng, doch die Waage zeigt nicht mehr an als vor deiner Diät…

Dein Körper hat jetzt mehr Platz für seine Fett-Depots, weil er einen Teil der Muskulatur abgebaut hat. Da aber das schwabbelige Fett ein Drittel mehr Volumen hat als der feste Muskel, hat er eben noch ein wenig erweitert. Er sorgt sich eben um dich…

 

Wenn man nicht gleich langfristig seine Ernährung umstellen will, kann man trotzdem abnehmen, indem man immer noch dieselbe Menge ist, jedoch ersetzt mit Nahrungsmitteln die wenig Kalorien und Fett haben, wie in meiner Reis-Ei-Spinat Diät beschrieben. Doch Achtung, dass ganze funktioniert nur, wenn du zugenommen hast, weil temporär zu viel gegessen hast (etwa in den Ferien). Du kannst damit nicht unter das Gewicht kommen, welches du normalerweise hast, dafür wäre dann tatsächlich eine permanente Ernährungsumstellung nötig!

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