RHCE

rhceNachdem mein geplanter Kurs und Examen zum „Red Hat Certified Engineer“ (RHCE) seit einem halben Jahr immer wieder verschoben wurde, war es vom 30. September bis 04. Oktober endlich soweit: Nachdem ich die LPI 1+2 Zertifizierungen schon vor vielen Jahren ab schloss, war es Zeit für was neues. Und da ich mittlerweile – bis auf einige wenige debian-Systeme nur noch Red Hat basierte Systeme administriere,  sollte meine „Karriere“ auch in Richtung Red Hat Zertifizierung gehen. 🙂

Und als Senior Administrator und Linux Spezialist wollte ich natürlich nicht „unten“ anfangen, denn um die RHCE-Zertifizierung zu erreichen, muss man erst den „Red Hat Certifed System Administrator“ (RHCSE) abschliessen.

Doch zum Glück gibt es bei Red Hat ein sog. „Rapid Path“ Kurs, welcher beide Stufen, RHCSE und RHCE abdeckt und man im Anschluss beide Prüfungen absolviert. 😉

Der Kurs fand ich „teilweise spannend“. Klar, es gab als alter Linux-Hase nichts, was man nicht schon gesehen hätte, aber man lernt in manchen Dingen andere Methoden, etwas zu machen kennen, mit welchen man effizienter arbeiten kann. Für mich war das beispielsweise das Verwenden von:

netstat -tunlp

, anstelle meines gewohnten

netstat -lnp

um die laufenden Netzwerk-Verbindungen anzuzeigen. Oder die Verwendung von:

awk '{print $X;}'

anstelle Konstrukte mit dem Programm „cut“ zu erstellen.

Ausserdem nimmt es einem die „Angst“ vor Dingen, die sich kompliziert anhören, es aber nicht sind; wie z.B. das Einbinden einer ISCSI-Festplatte.
Oder hättest du gewusst, dass man ganz einfach auch bash-scripts als cgi-webseiten ausgeben kann (sofern es dafür irgend einen Grund geben sollte… 😉 )?

Des weiteren wird man auch auf typische Fallstricke hingewiesen, mit denen sich Red Hat gewissermassen absichert, so, dass auch sehr erfahren Linux-Administratoren den (recht teuren) Kurs besuchen müssen um die Prüfung zu schaffen.

Als Beispiel nenne ich hier die folgende Aufgabe:
Ein Mitarbeiter wird das Unternehmen nach 90 Tagen verlassen. Setze seinen Account so, dass dieser sich nach Ablauf dieser Frist nicht mehr am System Anmelden kann.

Du denkst nun: „Na klar, dass ist doch einfach! chage -M 90„. FALSCH. Denn, wenn der Mitarbeiter, dass Unternehmen nach 90 Tagen verlässt, wird er sich mit letzterem Kommando an seinem letzten (90.sten) Arbeitstag bereits schon nicht mehr anmelden können. Richtig wäre: chage -M 91

Genau lesen zu lernen sollte man ohnehin für den Test. Denn die Aufgaben sind von Amerikanern geschrieben worden, welche Grundsätzlich eine andere Fragestellung verwenden, als es bei uns üblich ist:
Während bei uns eine Aufgabe so aussieht: „Mach dies, dann das und danach das“, sind amerikanische Aufgaben nach dem Muster: „Mach dies und das“, dann kommt eine Beschreibung und zu unterst: „Hinweis: Du musst auch das noch machen“.
Wenn man nun, wie wir es gewohnt sind, gleich loslegt und die Liste nacheinander abarbeitet tappt man in die „Falle“; denn der Hinweis ganz unten bedingt teilweise eine ganz andere Vorgehensweise. Und so kann es dann halt sein, dass man die Aufgabe nochmals von vorne beginnen muss, was an der Prüfung kostbare Zeit fordert…

Nach einer lehrreichen Woche kam dann der Freitag, wo es ernst wurde: Am morgen absolvierte ich die erste, RHCSA- und am Nachmittag dann gleich die RHCE-Prüfung – Im wissen, dass letztere nicht gültig sein wird, sollte ich erstere nicht bestanden haben. Und zudem waren auch noch einige Kursteilnehmer in meinem Kurs, welche diese früher schon gemacht, aber nicht bestanden hatten…

Am Abend war ich dann froh es „überstanden“ zu haben. Ich hatte zwar ein gutes Gefühl und „geschätzt so ca. 90% richtig gelöst“, aber man weiss ja nie…

Als ich dann zuhause angekommen bin und es mir etwas gemütlich gemacht hatte, trudelte auch schon das Mail mit dem Prüfungsbericht der ersten Prüfung ein! Also gaaaanz vorsichtig das Mail öffnen und… BESTANDEN! Mit 300 von 300 Punkten. Nicht schlecht. 🙂
Und genau eine Stunde später kam dann das nächste Mail rein: Ebenfalls bestanden! 260 von 300 Punkten, bei einer mindest-punktzahl von 210, welche man erreichen musste.

Ab nun darf ich mich redhat Certified Engineer nennen!

So konnte ich dann spät abends noch mit einem guten Gefühl im Bauch über das Erfolgserlebnis im Ausgang feiern gehen! 🙂

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