Bandera / Ranch

IMG_4006Nachdem nun einiges an Zeit verstrichen ist und besorgte Leser meines blogs sich schon wunderten weshalb die Reiseberichte nach Houston plötzlich aufhörten, gehts nun weiter.

Der Grund für die Verzögerung war einfach: Da wir zu der Generation von Menschen gehören welche sich auch offline prima unterhalten können, blieb selbst während mehrstündigen Autofahrten keine Zeit um weiter zu schreiben, am Ankunftsort sowieso nicht.

Und dann wieder zu hause angekommen und ausgepackt holt einem schnell der hektische Alltag wieder ein… Ihr wisst ja wie das ist.

Doch keine Sorge in Verbindung mit den Notizen, zahlreichen Bildern und meine noch immer vorhandenen Hirnzellen 😀 lassen sich die Erlebnisse prima rekonstruieren. 😉

A propos Bilder: Ich habe bei der Gelegenheit auch noch einige Bilder von Houston und New Orleans in die Gallery geladen.

Nach Besuch des SpaceCenters in Houston stiegen wir um die Mittagszeit wieder ins Auto und es führte uns eine ca. 4-Stündige Fahrt nach Bandera, wo wir für die nächsten zwei Nächte in der Mayan Dude Ranch, einer richtigen texanischen Ranch inmitten der (selbsternannten) „Cowboy-Welthauptstadt“ übernachteten. Die Mayan Dude Ranch legt viel Wert auf eine Familiäre-Atmosphäre und persönlichen Kontakt, weshalb man bereits beim Buchen anrufen muss um die Kreditkartendaten per Telefon zu übermitteln. Etwas eigenartig zwar, doch trotzdem sehr sympathisch. 😉

ProgrammEtwa um 18:30 kamen wir bei der Ranch an und wurden gleich herzlich von den Besitzern begrüsst. Sie gaben uns eine Karte mit der Wegbeschreibung zu unserem Gästehaus an uns sagten, dass wir das Auto direkt vor unserem Haus parkieren können (ein Luxus den man in der Schweiz leider immer wieder vermisst). „Wir sollen uns jedoch nun beeilen, weil in 15 Minuten das Essen starte“, sagt man uns noch. Strenge Essenszeiten, willkommen im Ranch-Leben. 😉 Also nur kurz zu unserem Gästehaus hoch gefahren (und ja, wir hatten wirklich ein ganzes Haus für uns allein!), die Koffer rein und runter nach „Hicksville“, einem offenen Geländeplatz auf der Ranch spaziert.

Dort gab es ein typisches Texas-Style BBQ mit grossen, saftigen T-Bone Steaks, Baked Potatoes, Gemüse und allem drum und dran. Begleitet wurde das Essen noch mit Live-Country Musik welche von den Cowboys auf der Ranch gespielt wurde.

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Bereits jetzt schon spürten wir die offene Freundlichkeit der Texaner, welche die absolute Mehrheit der Gäste auf der Ranch ausmachten: Sie kamen zu uns und fingen von sich aus ein Gespräch mit uns an. So was wäre an anderen Ferienorten völlig unvorstellbar wo sonst alle Gäste für sich isoliert sich Unterhalten. Gleichzeitig wurde uns auch schnell bewusst, dass sich einiges an selbst-verliebtheit bei den Texanern verinnerlicht hatte, denn nach einigen Fragen zu uns redeten sie nur noch über sich und ihre Lebensweise. Für uns war das natürlich sehr vorteilhaft, denn genau das wollten wir auf der Reise ja auch erfahren, wie die Texaner so leben. 😉 – Übrigens, wer sich wundert, dass viele Texaner in ihrem eigenen Staat Ferien machen, sei in Erinnerung gerufen, dass Texas in etwa die Grösse von Frankreich hat und so viele Gäste durchaus 8-Stunden gefahren waren. Etwa so, wie wenn wir in Südfrankreich in die Ferien gehen. „USA is a big country and Texas is a big state.“ 😉

Pünktlich um 19:45 wurde dann das Abendessen auch wieder abgeräumt und wir begaben uns mit den anderen wieder hoch zum Hauptgebäude der Ranch wo es bis 22 Uhr kostenlos Wein und Bier gab. Wir tranken noch das eine oder andere Glas Rotwein und unterhielten uns mit einigen weiteren Gästen. Die Stimmung empfanden wir als sehr gemütlich und wir fühlten uns als die einzigen „Ausländer“ auch sofort willkommen.

Da wir am nächsten Tag uns noch im Downtown Bandera Cowboy-Modisch eindecken wollten nutzte ich gleich die Möglichkeit die Gruppe Texaner nach Tipps für Läden zu fragen. Sie empfahlen uns das Stein’s („this is were the locals go“) und rieten uns vor dem „Cowboy-Store“ ab, welcher völlig auf Touristen abgerichtet wäre.

Um Mitternacht gings dann schlafen, denn auf der Ranch fängt der Tag früh morgens an.

Am Morgen um 07 Uhr klopfte einer der Coyboys der Ranch an unser Türe und brachte uns einen frisch gebrühten „Cowboy-Coffee“ vorbei. – Man kann diesen „Service des Hauses“ natürlich auch abbestellen, wenn man noch etwas länger Schlafen möchte, doch wir wollten ja möglichst authentisch auf der Ranch leben.

Nun merkten wir auch, dass es auf der Ranch noch zahlreiche Tiere gab die frei herum liefen. So wurden wir am morgen direkt vor unser Haustüre von einer Gruppe Hirsche freundlich, aber doch distanziert (anschauen, nicht anfassen) begrüsst. Hirsche sind schliesslich wilde Tiere und sofern sie nicht speziell darauf abgerichtet wurden, wollen sie sich auch nicht streicheln lassen. 🙂

Um 08:15 trafen sich alle beim Stall um auf die gesattelten Pferde zu steigen und nach einem halbstündigen Morgenritt draussen im freien ein reichhaltiges Frühstück zu essen. – Wer Angst vom Reiten hatte musste nicht hungern, sondern konnte 15 Minuten Später auf den Heuwagen steigen und mit diesem runter fahren.

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Zum Frühstück gab es Kartoffelpüree, dicke Speckscheiben, Mais, Hühnerfleisch und natürlich Grits. Lecker!

Danach gings wieder auf die Pferde (oder den Heuwagen) um zurück zu fahren.

Wir stiegen gleich ins Auto um ins Städtchen Bandera zu fahren. Erste Station war das Stein’s welches uns empfohlen wurde, doch wir waren von dem Laden etwas enttäuscht. Es wirkte alles sehr schmudelig und mehr wie in einem Secondhand-Laden. Billig halt. Also weiter gefahren und doch vor dem Cowboy-Store halt gemacht. Dort kauften wir dann auch schon einiges ein, wie Hemd, Gürtel, Cowboystiefel, usw. Nur die Hüte mochten uns dort nicht so überzeugen, also gings noch ein bisschen weiter auf Stadttour. Ich fand dann schliesslich in einem Supermarkt einen ideal passenden Cowboy hut. – Denn, da hatten die Texaner auf der Ranch schon recht, die einheimischen kaufen sich ihre Kleidung sicher nicht in einem Touristenladen, sondern wie wir auch, z.B. im Supermarkt. 🙂

Weiter gings wieder zurück, denn am Nachmittag gab es auch nochmals einen knapp 1-Stündigen Ausritt. Im Gegensatz zum morgen, konnte ich mich nun auch wie ein Cowboy gekleidet aufs Pferd schwingen. 🙂

Später zum Abendessen gab es diesmal ein leckeres Chicken-BBQ.

Am nächsten Tag mussten wir leider schon wieder aufbrechen, sehr gerne wäre ich noch ein paar Tage in dieser wunderbaren Ranch geblieben!

Doch wir hatten heute wieder eine lange Reise: Via kurzem Stop in Austin und Dallas mussten wir bis am Abend das 700km entfernte Oklahoma erreichen. Trotzdem wollte ich mir das Frühstück nicht entgehen lassen und so packten wir vorher alles, damit wir gleich nach dem Frühstück sofort losfahren konnten.

Wir verabschiedeten uns noch und fuhren weiter Richtung Austin/Dallas.

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