Santa Fe

IMG_4306Um 11 Uhr steigen wir ins Auto um bis Abends das ca. 850km entfernte Santa Fe zu erreichen.

NaviIch staunte nicht schlecht als ich das Ziel ins NavigationsgerĂ€t eingab und es hies: „Fahren Sie 773km geradeaus“. – So was sieht man in Europa so gut wie nie und in der Schweiz schon gar nicht. 😀

 

Und tatsĂ€chlich wurde es noch „lĂ€ndlicher“ als es ohnehin schon war und das Landschafbild wandelte sich langsam von grĂŒn ĂŒber braun, bis hin zu etwas rost-rot wĂ€hrend wir die Pfeilgerade Strasse entlang fuhren.

Auf etwa halber Strecke knurrte unser Magen und es war ein halt in Amarillo angesagt. Denn dort findet sich an der Route 66 die Big Texan Steak Ranch, das wohl berĂŒhmteste Steakhouse in ganz Texas! WeltberĂŒhmt geworden ist das „Big Texan“ nicht zuletzt wegen seinem Ess-Wettbewerb: Schafft man es dort innerhalb von einer Stunde ein 2kg Steak, einen Baked Potato, ein Brötchen, einen Salat und einen Shrimpcocktail zu verputzen ist das ganze Gratis! Ansonsten kostet der „Spass“ $72, was angesichts der Menge des Essens auch nicht viel ist. Ich hatte in zahlreichen Schweizer Restaurants schon mehr bezahlt und war trotzdem nicht richtig voll gefressen. 😉

Trotzdem entschied ich mich fĂŒr die „AnstĂ€ndige“-Variante und bestellte ein 800g Steak mit Salat, Brötchen und Baked Potatoe. 😉 Dies einerseits weil es das Mittagessen war und man am Mittag nicht so viel essen mögen wĂŒrde wie wenn man den ganzen Tag nix gegessen hĂ€tte und richtig ausgehungert gekommen wĂ€re. Zweitens musste man dafĂŒr einzeln auf einem Tisch auf einer Art BĂŒhne platz nehmen damit kontrolliert werden könnte dass man ja nix mit anderen teilt. Und last but not least hatten wir auch noch eine fast 500km weite Fahrt vor uns. 😉

Auch das „kleine“ Steak schmeckte total lecker, genauso wie die Beilagen! Das lokal selbst war einiges grösser als ich es mir vor der Reise vorstellt hatte! Und hatte viel mehr Leute. So dauerte es trotzdem ĂŒber eine Stunde bis wir uns auf die weiterfahrt machen konnten.

WĂ€hrend der weiterfahrt merkten wir gar nicht, dass wir langsam, aber steig immer höher fuhren und es draussen folglich immer kĂŒhler wurde. Denn obwohl Santa Fe in einer WĂŒste ist liegt es mit 2000(!) m.ĂŒ.M. höher als beispielsweise Davos! Eine Art WĂŒste in den Bergen halt. 🙂

Es war schon Dunkel, als wir nach 21 Uhr beim Hotel ankamen. Also checkten wir schnell ein und erkundeten uns bei der Hotelleiterin wo wir in dieser Einöde um diese Zeit noch was zu essen bekÀmen. Sie riet uns zum Cowgirl, welches wir sogleich aufsuchten.

Wir waren nicht schlecht erstaunt, als wörtlich so richtig „die Post abging“ als wir da aufkreuzten! Man muss sich vorstellen: Ein absolut ruhiges verlassenes StĂ€dtchen und da kommt man an dieses Restaurant, es lĂ€uft draussen laut Musik, Life-Bands spielen, die Leute tanzen fröhlich, essen und trinken. NatĂŒrlich fĂŒhlte ich mich als „Party-Tiger“ sofort wohl und wir setzten uns draussen an einen Tisch. Hier war ich auch froh, dass ich mich am Nachmittag nicht total ĂŒberfressen hatte, denn die Fajitas schmeckten ebenfalls recht lecker und die Portionen waren sehr grosszĂŒgig. In Anbetracht, was ich heute schon alles gegessen hatte liess ich ausnahmsweise aus Vernunft schweren Herzens Magens noch einen kleinen Rest zurĂŒck. Etwas das ich sonst NIE mache. 😀

Danach gabs noch einen Cocktail und wurde gleich nochmals „ĂŒberrascht“: Denn als ich mir gemĂŒtlich eine Zigarette anzĂŒnden wollte (wir sassen ja schliesslich draussen) wurde ich von der Bedienung gleich freundlich, aber bestimmt darauf hingewiesen, dass ich zum rauchen doch bitte unverzĂŒglich aus den Örtlichkeiten des Restaurant-Areals gehen sollte. Also nahm ich den Cocktail in die Hand und lief zum Gartentor wo schon stand, dass man keine GetrĂ€nke vor dem lokal konsumieren darf. Arrgh! Also Drink wieder zurĂŒck an den Tisch gestellt und ohne GetrĂ€nk draussen geraucht. Doch ich wollte es nun wissen und fragte die Bedienung „ob es denn wirklich hier nicht möglich sei gleichzeitig zu trinken und zu rauchen“, was sie mit einem schlichten „No“ entgegnete. Nun ja, andere LĂ€nder, andere Sitten, versehen muss man’s ja nicht… 😉

Am Morgen drauf erkundeten wir noch ein bisschen die Stadt und sahen jetzt auch wie schmuck und authentisch das kleine Hotel von aussen aussah! Wirklich alles sehr detailliert eingerichtet und jedes Zimmer hatte einen eigenen kleine „Sitzplatz“.

Als wir gemĂŒtlich durch die Stadt liefen kam ich mir vor wie in einem „Disneyland“. Die Ur-Indianische Architektur wurde in der ganzen Stadt bis ins Detail aufrechterhalten. „Normale“ GebĂ€ude gibt es nicht, alles in orangen Steinen, gerundeten Ecken und Indianderschmuck davor. Und in einem Laden entdeckten wir sogar noch ein Victorinox-Messer, made in Switzerland! 🙂

Knapp zwei Stunden spÀter mussten wir dann auch schon wieder weiter Richtung Four Corners via Albuquerque.

1 comment on Santa Fe

  1. Ahhh diese Traumreise! Wie wunderschön! Ich war im Jahr 1973 in Santa FĂ©, damals war es ein kleines Nest, ich war dort wĂ€hrend einer ‚Fiesta‘, es war mehr mexikanisch als indianisch. Ich habe sogar noch Fotos von damals in einem meiner FotobĂŒcher.

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