Metzgete

Metzgete bedeutet in der Schweiz wörtlich «Schlachtung», steht aber auch zusammenfassend für sämtliche Gerichte, die typischerweise direkt nach dem Schlachten aus Blut, Innereien, Speck und Bauch- oder Kopffleisch (in der Regel vom Schwein) zubereitet werden.

Traditionellerweise schlachteten die Bauern früher die männlichen Ferkel auf dem Hof, weil die sich zur Weiterzucht nicht eignen. In den Ställen war weder genügend Platz noch genügend Futter, um die Eber durchzubringen.

Bis heute wird dieser brauch, meist im November zelebriert und Wirtschaften in der ganzen Schweiz bieten üblicherweise „Reste“ aus der Schlachtung auf einer sogenannten „Schlachtplatte“ an. Darauf finden sich in der Regel Blut- und Leberwurst, Rippli, Schnäuzli (Schnauze vom Schwein) und Schwänzli (Schwanz des Schweins). Seltener auch Öhrli (Schweine-Ohren) und Schweine-Füsse.
Als Beilage findet sich darauf üblicherweise Kartoffeln und Sauerkraut.

Da ich in den letzten Jahren ein Anhänger der „nose-to-tail“ Küche geworden bin und auch Zuhause schon selbst Versuche, etwa mit Schweinebauch oder Markbein machte, wollte ich unbedingt mal an eine „Metzgete“ gehen.
Leider sind diese an unterschiedlichen Tagen und nur relativ kurz, so, dass ich es bisher immer verpasst hatte, oder es in meinen knappen Terminplan nicht mehr rein passte.

Restaurant Geeren, Dübendorf

Dieses Jahr hat es aber gepasst und ich suchte online nach einem guten Restaurant für die Metzgete – Was sich also gar nicht so einfach herausstelte, denn der Hype, welche in den letzten zwei Jahren aufgestigen ist, scheint schon wieder abzuflachen.
Dazu kommt, dass viele Restaurants ganz eigen interpretationen der „Metzgete“ entwickelt haben und die Gerichte nur einzeln „a la carte“ Servieren.

Ich wollte hingegen eine klassische „Schlachtplatte“, so wie man das früher auch machte

Beim Restaurant Geeren in Dübendorf wurde ich letztendlich fündig:

Die Metzgete im Geeren ist weit über die Stadtgrenzen bekannt und kommt noch daher wie vor 40 Jahren.

war auf den Seiten des Lokals zu lesen, was mich sehr positiv stimmte.

Schlachtplatte für zwei Personen

Also machte ich mich mit einem Freund auf den Weg zu dem Restaurant.
Das Lokal war sehr urchig, Schweizerisch, alles in allem eine gemütliche Beiz, wo die Welt noch in Ordnung zu sein erschien.
Auch die Schlachtplatte welche wir bekamen war super und recht grosszügig bemessen und die Bedienung sehr freundlich.

Mit vollem Bauch und einem neuen Restaurant auf meiner Liste der guten Lokale fuhren wir dann Abends wieder nach Hause.

Restaurant Falken, Zürich-Wiedikon

Nach der Corona bedingten „Pause“ im letzten Jahr, hatten wir 2021 wieder Lust auf eine schöne „Metzgete“.

Dieses Mal wollten wir aber nicht mehr mit dem Auto gehen, denn was wäre so eine schöne Schlachtplatte ohne guten Wein? Eben.

Auch das Restaurant Falken in Zürich-Wiedikon hatte sich in den letzten Jahren einen guten Ruf gemacht und die Metzgete, welche in den ersten zwei November Wochen stattfindet war gut gesucht, bzw. ausgebucht, wir hatten gerade noch den letzten 2-er Tisch ergattern können. 😁

Im Falken ist das Essen noch schön angerichtet und verfeinert

Das Konzept ist super gemacht, für 45.- CHF pro Person bekommt man 2 Teller mit je 4 „Probierhäppchen“ – Und so kann man von (fast) allem kosten. 😋

Im Gegensatz zu anderen Metzgeten ist bekommt na hier nicht einfach nur das „rohe Fleisch“, sonder es wird nach allen Regeln der (Koch-) Kunst verfeinert und schön angerichtet.

Blut- und Leberwürste, so wie die Beilagen (Sauerkraut, Kartoffeln, Bohnen) gibt es „à discrétion“ dazu so viel man mag!


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